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| Nach dem Vorbild der
zwischenzeitlich in Würzburg gegründeten Freiwilligen Feuerwehr setzte
sich der Gedanke der Hilfeleistung auf freiwilliger Basis zunehmend durch:
Bereits am 31. Januar 1869 hatten die Gemeinderäte von Himmelstadt über
die Anschaffung einer ,,Fahr-Feuerspritze" diskutiert und
einen Kostenvoranschlag sowohl für die Spritze als auch über den Umbau
des Rathauses eingeholt. Die Gemeinderäte wollten die Spritze nämlich
im Rathaus unterbringen. Die Gemeindeverwaltung unter ihrem Vorsteher
Häcker, Pfleger Knüpfing und Georg Hey sowie Kaspar Mehling informierten
sich deshalb in Eußenheim und Stetten.
Am 10. Oktober 1869 legten wackere Männer den Grundstein zur Freiwilligen Feuerwehr Himmelstadt. Aus der oben bereits zitierten Quelle der Brandversicherungsanstalt Würzburg können wir schließen, daß es sich um ca. 40 Männer handelte, da die Anschaffung von 41 Helmen für dieses Jahr erwähnt ist. Am 2. März 1870 konnten die Männer der Freiwilligen Feuerwehr ihre erste Feuerlöschprobe an der inzwischen neu gekauften „Feuerlöschmaschine“ ablegen. (Diese wurde leider in den 30er Jahren zerlegt und teilweise zu Holzbänken verarbeitet. Wir besitzen heute nur noch eine Tafel von dieser Löschmaschine). Der weitere Aufbau unserer Wehr verlief nicht ohne Probleme. So ein Auszug aus dem Protokollbuch unserer Gemeinde vom 13. August 1876: Am 13. August 1876 erscheint der Feuerwehrvorsteher Georg Leonhard Hilpert vor der Gemeindeverwaltung und bringt vor: ,,Ich beantrage für die betreffende Mannschaft Uniformkittel zu 50 Mann und 3 Signalhörner... Dem Antrag gemäß sollten 3 Hörner angeschafft werden; was aber die Kleidung betrifft, ist für dieses Jahr die Kasse erschöpft, so daß dieselben nicht angeschafft werden könnten. Überhaupt wird bemerkt, daß die Feuerwehrmannschaft ,,Individuen" unter sich hat, welche nur Ansprüche machen, aber nichts leisten. Solche sind zu entfernen. Unterschriften: Hilpert, (Bürgermeister) Frz. Leipold, Leonard Lummel, And. Hemmelmann, Adam Scheb Franz Scheb, Gehrling (Verwalter)“ |
| Auch die notwendige
technische Ausrüstung konnte wegen der finanziellen Probleme der Gemeinde
nicht weiter erfolgen. So kam es um 1882 zu einem Brand im Anwesen von
Xaver Flach in der Hofstraße: Das Feuer breitete sich aus und griff auf
eine benachbarte Scheune über. Strohbüschel flogen über die
Hauptstraße bis zum Anwesen Katharina Gehrsitz. Der damalige Ortspfarrer
soll mit dem Allerheiligsten an den Brandplatz gekommen sein, da die
Feuerwehr nur behelfsmäßig ausgerüstet und nicht mehr Herr der Lage
war.
Auch die „Distriktspolizeiliche Feuerlösch-Ordnung für die Gemeinden des Bezirkes Karlstadt“ vom Mai 1886 trug der neuen Entwicklung Rechnung, denn hier wurden bereits die Aufgaben der Feuerwehr geregelt. Ähnlich wie heute bestand auch eine Verpflichtung der männlichen Bewohner zum Feuerwehrdienst zwischen dem 18. und 55. Lebensjahr (heute bis 60). In Gemeinden, in denen keine Freiwillige Wehr bestand, mußte eine Pflichtfeuerwehr eingerichtet werden. Auch die Ausnahmen am Feuerwehrdienst waren bereits geregelt und entsprachen schon in etwa unseren heutigen. Die Gliederung der Wehren und deren Aufgaben wurde in 4 Zügen vorgegeben:
Die Struktur der Wehr war bereits demokratisch aufgebaut: So wurden alle Führungsdienstgrade von den Mannschaften gewählt. Auch die Bestimmungen für den Kommandanten und bei Bränden sind schon sehr modern gefaßt und mit dem heute gültigen Bayerischen Feuerwehrgesetz zu vergleichen. |
| Das älteste noch erhaltene
Mitgliedsbuch unserer Wehr von 1897 weist zu diesem Zeitpunkt über 60
Mitglieder und fünf Gründungsmitglieder auf. Daß diese Männer stolz
auf Ihre Tätigkeit waren, kann man dem Gruppenbild von 1907 entnehmen,
auf dem sich die Wehrmänner in ihren Uniformen präsentieren. Auch
regelmäßige Übungen wurden abgehalten: So geht aus einer Mitteilung des
damaligen Bürgermeisters Hilpert an das königliche Bezirksamt Karlstadt
vom 6. Mai 1909 hervor, daß am darauffolgenden Sonntag, dem 9. Mai, die
Frühjahrshauptübung abgehalten werden sollte.
Bereits drei Jahre vorher war in der Scheune des Klemens Hilpert (heutige Schreinerei Gehrsitz und Menth GmbH) ein Brand ausgebrochen. Dieser griff auf die Nachbarscheune über. Beide Scheunen brannten fast völlig ab. 1910 schlug ein Blitz in das Anwesen von Georg Pröstler ein. Größerer Schaden konnte verhindert werden.Bei Georg Erkirch (heutiges Anwesen Josef Häcker) entstand 1915 ein Dachstuhlbrand. Rasche Löscharbeiten hatten teilweise Erfolg. Bei einem Wohnhausbrand 1933 bei Erwin Gehrsitz in der Mainstraße entstand ein sehr großer Schaden, da das Feuer auf weitere Wohnhäuser und Scheunen übergriff. Zum Teil brannten die Gebäude völlig nieder. Bereits 1928 schaffte die Gemeinde eine Anhängeleiter an. Diese ist noch heute in unserem Besitz und kommt alljährlich bei der Maibaumaufstellung zu Ehren. In den 30er Jahren hielt auch die Motorisierung in unserer Wehr ihren Einzug: Im Jahre 1938 kaufte die Gemeinde einen Tragkraftspritzenanhänger (unsere Rowel, die wir heute noch besitzen!). |
| Nachdem im 3. Reich
die Vereinstätigkeiten zum Erliegen gekommen waren, wurde unsere Wehr am
13. Januar 1946 neu gegründet. Der damalige Kommandant Georg Hilpert gab
sein Amt aus Altersgründen ab und wurde zum Ehrenkommandanten ernannt.
Neuer Kommandant wurde Ludwig Bünner, sein Stellvertreter Urban
Hemmelmann. Im gleichen Jahr wurden 16 Jugendliche durch die Gemeinde mehr
oder weniger freiwillig geworben. Daraus resultieren heute unsere
ältesten Mitglieder. Am 1. Juni 1947 besichtigte der Bezirksinspektor
Binner (Karlstadt) unsere Wehr.
Bereits 1948 mußte ein neuer Kommandant gewählt werden, da Ludwig Bünner Bürgermeister geworden war. Die Wahl fiel auf Georg Ittensohn. Im darauffolgenden Jahr traten erneut 16 junge Männer der Wehr bei. Sämtliche Versammlungen des Jahres 1950 drehten sich vor allem um das 80jährige Stiftungsfest des Vereins. Am 18. Juni war es soweit: In neuen Uniformen und mit einem Jahr Verspätung konnten die Männer der Freiwilligen Feuerwehr das Jubiläum feiern. In der Brunntalstraße mußte 1952 ein Scheunenbrand gelöscht werden. Die Scheune des Johann Hartmann brannte völlig nieder. Im gleichen Jahr wurde aus Anlaß des 80. Stiftungsfestes der Freiwilligen Feuerwehr Laudenbach die noch heute bestehende Patenschaft begründet. In den Jahren 1952/53 kam es zu einigen Turbulenzen in unserer Wehr. Zunächst legte der 1. Kommandant sein Amt wegen eines anonymen Briefes, der ihm Unfähigkeit unterstellte, vorübergehend nieder, und bei einer Neuwahl im Januar 1953 traten noch in der Versammlung der neu gewählte Kommandant und sein Stellvertreter von ihren Ämtern wieder zurück, so daß der bisherige Kommandant Ittensohn noch bis 1963 im Amt blieb. 1954 kam es zu einem Großbrand in der Ortsmitte. Es war die Nacht zum Karsamstag. Mehrere Scheunen und eine Kegelbahn brannten bis auf die Grundmauern nieder. Die Feuerwehr mußte sich zum Großteil darauf beschränken, die um den Brandherd liegenden Wohnhäuser abzuschirmen. Es herrschte großer Funkenflug. Noch im gleichen Jahr erhielt unsere Wehr von der Gemeinde Kombischutzanzüge und Löschmaterial. In der Triebstraße brach 1956 bei Adolf Sigmund ein Scheunenbrand aus. Die Scheune brannte dabei völlig nieder. Das angrenzende Wohnhaus erlitt beträchtlichen Schaden. Während der Hauptübung der Feuerschutzwoche des Jahres 1956, am 10. Juni, besuchte der stellvertretende Kreisbrandinspektor Leckert aus Karlstadt unsere Wehr. Im Anschluß an diese Übung fand zusammen mit Bürgermeister Pröstler und dem Gemeinderat eine Besprechung über den Neubau eines Gerätehauses mit Trockenturm statt. Leider blieb es bei diesem Gespräch. Während der Generalversammlung des Jahres 1958 meldeten sich 5 Mitglieder zu einem Lehrgang an der Feuerwehrschule in Würzburg. Ebenso wurde erneut das noch immer ungelöste Problem „Gerätehaus mit Trockenturm" diskutiert. Der Bürgermeister, der während dieser Versammlung anwesend war, wollte das Thema ,,Feuerschutzabgabe" in der nächsten Zeit mit dem Gemeinderat besprechen. Auch dieses Thema sollte unsere Wehr die folgenden Jahre beschäftigen. Mit zwei jähriger Verspätung feierte die Wehr im Jahr 1961 ihr 90jähriges Jubiläum. Aus dem Überschuß, den der Festbetrieb ergab, wurde ein Fond gebildet. Man wollte eine neue Fahne anschaffen. Am 17. Juni erwarb zum ersten Mal eine Löschgruppe unserer Wehr das Leistungsabzeichen. Daraufhin sollten eine 2. und 3. Löschgruppe gebildet werden. Bei der Generalversammlung 1963 trat der langjährige Kommandant Georg Ittensohn nicht mehr zur Wahl an. Sein Nachfolger wurde der bisherige „Adjutant“ Ludwig Bünner, und zum neuen Stellvertreter wurde Eduard Rüth gewählt. Wegen dem Kauf einer neuen Motorspritze wollte die Wehr an den Gemeinderat herantreten. Da die Anschaffungskosten für eine neue Fahne inzwischen zusammen gekommen waren, wurde diese mit einer Fahnenweihe feierlich in die Wehr eingeführt. Das Fest fand vom 28. bis 30. Juni 1963 statt. Auch die Gemeinde stand bei diesem Ereignis nicht zurück und beschaffte für die Wehr noch 10 neue Uniformröcke. Im April 1964 bekam unsere Wehr einen neuen Tragkraftspritzenanhänger, der die „Rowel“ ablöste. Die ebenfalls neu angeschaffte Pumpe ist noch heute in Gebrauch! Der Adjudant Eduard Rüth legte 1966 die Prüfung als Löschmeister ab. Im gleichen Jahr betätigte sich unsere Wehr auch sportlich: Ein Freundschaftsspiel gegen die BRK Kolonne erbrachte einen Reinerlös von 240,00 DM zugunsten der Aktion Sorgenkind. Leider mußte der Bürgermeister aber auch bemängeln, daß unsere Wehr Nachwuchsprobleme hatte! Bei der Generalversammlung 1967 gab Bürgermeister Schäfer bekannt, daß jährlich 5 bis 8 Löschanzüge gekauft werden sollten, um die Feuerwehr in 3 bis 4 Jahren vollständig einkleiden zu können. Heftig diskutierten die Vereinsmitglieder das Thema ,,Sirene". Man wollte jedoch den Anschluß an das Bundesluftschutznetz abwarten. In dieser Versammlung gelang es auch endlich, eine zweite Löschgruppe zu bilden. Bei der Neuwahl am 20. Januar 1968 übernahm Eduard Rüth das Amt des 1. Kommandanten. Neuer Stellvertreter wurde Helmut Gehrsitz. Die neue Gruppe legte unter der Führung von Erich Weichsel im Jahr 1968 die erste Stufe der Leistungsprüfung ab. |
| Das 100jährige Stiftungsfest
warf bereits seine Schatten voraus. Im September 1968 trat erstmals der
Festausschuß zusammen. An Pfingsten 1969 war es soweit. Die viertälteste
Wehr des Landkreises Karlstadt feierte ihr 100jähriges Bestehen! Unter
der Beteiligung der damaligen politischen Prominenz, der Feuerwehrführung
des Landkreises sowie der umliegenden Wehren, wurde das Ereignis drei Tage
lang gefeiert. Bei einem Kommersabend konnten auch verdiente Mitglieder
für langjährige Dienste in der Wehr geehrt werden: So wurden fünf
Mitglieder für 50jährige Mitgliedschaft geehrt. Es waren dies: Kaspar
Wirth, Gregor Nötscher, Ludwig Bünner, Urban Hemmelmann und Eduard
Lummel.
In den folgenden Jahren waren erneut die Dauerthemen Sirene und Feuerwehrhaus der vergangenen Jahre aktuell. Bedingt durch den Geldmangel der Gemeinde, mußte dies aber noch zurück gestellt werden. Beim großen Hochwasser im Februar 1970 war auch unsere Wehr gefordert: Sie mußte der Bevölkerung helfen und einige Keller auspumpen. Im Jahr 1971 konnte die Gemeinde eine Scheune am Kirchplatz erwerben. Diese wurde im folgenden Jahr zum lang ersehnten Feuerwehrgerätehaus umgebaut. Auf dem Trockenturm konnte dann auch die erste Sirene für Himmelstadt installiert werden. Da die Gemeinde nur einen geringen Zuschuß für den Umbau bekam, wurde nur ein einstöckiger Bau ohne Unterrichtsraum ausgeführt. Das neue Haus wurde 1972 mit einem kleinen Fest eingeweiht. Im gleichen Jahr absolvierten zwei Kameraden, Walter Hilpert und Alban Zeißner, einen Maschinistenlehrgang an der Feuerwehrschule in Würzburg. Bei zwei Flächenbränden, am Langenforst und in der Triebstraße, mußte unsere Wehr in diesem Jahr ausrücken. Bei der Generalversammlung 1972 wurde eine neue Führung für unsere Wehr bestimmt. Neuer Kommandant wurde Erich Weichsel, sein Stellvertreter Linus Zürn. 1974 war es endlich so weit: Unsere Wehr bekam ein Auto, ein Löschgruppenfahrzeug auf der Basis eines Opel Blitz, ausgerüstet von der Firma Ludwig. Am 6.12.1974 konnte das neue Fahrzeug in Bayreuth abgeholt werden. Damit war die Schlagkraft unserer Wehr entscheidend erhöht worden! Im gleichen Jahr traten auch zehn Jugendliche der Wehr bei. Zu deren Ausbilder wurde Walter Hilpert bestellt, der die Feuerwehranwärter im Herbst des darauffolgenden Jahres auch erfolgreich durch die Jugendleistungsprüfung führte. Im Jahre 1976 wurde die Wehr gleich dreimal zu Bränden nach Retzbach gerufen. Ein Brandstifter war am Werk! Außerdem gelang es zwei Gruppen nach längerer Pause, die Leistungsprüfung zu bestehen. Nach der Errichtung der Verwaltungsgemeinschaft Zellingen wurde 1977 erstmals auf Initiative der Himmelstadter Wehr eine gemeinsame Übung aller Wehren der VG am Sternberg abgehalten. Diese Übung ist heute fester Bestandteil des Jahresausbildungsplanes und wird abwechselnd in den sechs Mitgliedsgemeinden Zellingen, Retzbach, Retzstadt, Duttenbrunn, Thüngen und Himmelstadt abgehalten. Zum Jahresende wurde das Amt des 1. Kommandanten von Walter Hilpert übernommen. Bereits im Frühjahr 1978 formierte sich der Festausschuß für das 110jährige Stiftungsfest und auch das folgende Jahr stand ganz im Zeichen der Vorbereitung auf das Fest. Zweimal mußte die Wehr im Jahr 1978 nach Laudenbach ausrücken; auch hier war ein Brandstifter am Werk! Bereits im Mai 1979 wurden verdiente Mitglieder bei einem Ehrenabend gewürdigt. Dabei konnten drei Mitglieder für über 60jährige Mitgliedschaft geehrt werden: Urban Hemmelmann für 64 Jahre, Ludwig Bünner und Kaspar Wirth für jeweils 61 Jahre. Vom 1. bis 4. Juni 1979 wurde dann das Jubelfest begangen. Einen besonderer Einsatz mußte die Wehr beim Neubau der Brücke im Herbst 1979 erbringen. Am Brückenpfeiler waren zwei Bomben gefunden worden. Diese wurden vom Kampfmittelräumdienst entschärft und unsere Wehr mußte das Gelände am Main weitläufig absperren. Im Jahre 1980 führte die Gemeinde Himmelstadt die Feuerschutzabgabe ein. Sie ermöglichte bis zu ihrer Abschaffung durch das Bundesverfassungsgericht die gesicherte Finanzierung der Wehr. Auch konnte wieder eine Jugendgruppe aufgebaut werden, die im folgenden Jahr die Jugendleistungsprüfung mit Bravour bestand. Die Feuerwehr unternahm 1980 auch wieder einmal den Versuch, die Gemeinde zu einer Aufstockung des Gerätehauses für einen Ausbildungsraum zu bewegen. Dies wurde aber von Seiten der Gemeinde abgelehnt. |
| In den folgenden Jahren waren
keine größeren Einsätze zu verzeichnen. Das wichtigste Ereignis war
1984 die Beschaffung von Atemschutzgeräten und die Ausbildung der
Wehrmänner für diesen Einsatz.
Im Jahr 1985 wurde eine zweite Sirene an der Mehrzweckhalle errichtet, um die Alarmierung sicherzustellen. 1986 übernahm Rudi Kneitz das Amt des 2. Kommandanten, da der bisherige Stellvertreter Linus Zürn aus gesundheitlichen Gründen sein Amt aufgeben mußte. Im folgenden Jahr 1987 gelang es erstmals einer Gruppe der Wehr die Endstufe der Leistungsprüfungen, „Gold 5“, zu erreichen. Erfolgreich waren dabei folgende Kameraden: Bernhard Bünner, Helmut Gehrsitz, Rudi Kneitz, Eduard Rüth, Erich Weichsel, Josef Weidner, Alban Zeißner und als Gruppenführer Linus Zürn.Im gleichen Jahr besuchten Jürgen Zürn und Klaus Kneitz einen Truppführerlehrgang in Karlstadt. Eine weitere technische Neuerung hielt 1988 Einzug in unsere Wehr: Wir wurden mit Funkgeräten ausgerüstet und daran ausgebildet. Wieder einmal stand ein Stiftungsfest vor der Tür, und in alter Tradition wurde Mitte 1988 mit der Planung begonnen. Zum ersten Mal wollte man ein Stiftungsfest nicht im Zelt, sondern in der Mehrzweckhalle durchführen. Das 120jährige Stiftungsfest wurde vom 1. bis 3. Juni 1989 gefeiert. Nachdem unsere Wehr über mehrere Jahre hinweg keine größeren Einsätze mehr hatte, brachte das Jahr 1990 gleich drei. So mußte nach dem Sturm Wiebke ein Baum beseitigt werden, der auf ein Scheunendach gefallen war; nach einem weiteren Unwetter mußte die Brunntal- und Hauptstraße von Schlamm und Geröll gereinigt werden und außerdem mußte in diesem Jahr am „Alten Hof“ ein Mähdrescher gelöscht werden. Auch die nächsten beiden Jahre brachten neben den normalen Übungen auch mehrere kleine Einsätze. Zwei Kameraden besuchten im Jahr 1993 die Feuerwehrschule in Würzburg: Bruno Schmitt absolvierte den Lehrgang für Maschinisten und Klaus Kneitz den für Gruppenführer. Einen großen Umbruch brachte die Generalversammlung 1993. Nachdem Schriftführer Klaus Kneitz eine neue Satzung auf der Basis der Mustersatzung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes erarbeitet hatte, wurde diese in der Versammlung erörtert und einstimmig angenommen. Die Feier zum 125jährigen Bestehen der Wehr wurde mit einem Ehrenabend im März und einem kleinen Gartenfest im Juni begangen. Beim Ehrenabend konnten wieder viele Mitglieder für langjährige Mitgliedschaft geehrt werden. Auf der Grundlage der neuen Satzung wurden auch sechs Ehrenmitglieder ernannt. Es waren dies: Reinhard Burkard, Helmut Gehrsitz, Willi Hepp, Pius Schmitt, Oskar Scheb und Linus Zürn. Ebenfalls auf der Grundlage der neuen Satzung konnten nun erstmals auch Frauen der Wehr beitreten und im Frühjahr darauf traten die ersten vier Damen in den aktiven Dienst ein. Es waren dies: Gerda Hilpert, Ingrid Kneitz, Rita Schmitt und Monika Zürn (mit dem Zuzug von Tanja Gehrsitz 1997 wurde daraus ein Quintett). Nach einer Grundausbildung im Frühjahr und Sommer, legten sie zusammen mit ihren männlichen Kollegen im September 1994 die Leistungsprüfung ab und bewiesen, daß auch sie ihre „Frau“ stehen konnten! Wie wichtig die Beteiligung von Frauen in unserer Wehr ist, sollten die nächsten Jahre zeigen: Es gab seither keinen Einsatz, bei dem nicht mindestens eine Frau mit dabei war! Auch gelang es wieder fünf Mitgliedern unserer Wehr, die Endstufe der Leistungsprüfung zu erreichen: Walter Gehrsitz, Klaus Kneitz, Reiner Reichert, Bruno Schmitt und Jürgen Zürn bekamen die Auszeichnung „Gold 5“. |
| Zu einem Generationenwechsel
kam es bei der Generalversammlung 1994. Da die meisten Mitglieder der
Vorstandschaft bereits über lange Jahre das Geschick unserer Wehr
geleitet hatten, war dies nicht verwunderlich! Der 1. Kommandant Walter
Hilpert stand der Wehr 17 Jahre vor und war bereits vorher weitere fünf
Jahre in der Vorstandschaft. Auch sein Stellvertreter Rudi Kneitz, der
acht Jahre dieses Amt führte und ebenfalls schon vorher in der
Vorstandschaft tätig war, stellte sich nicht mehr zur Wahl. Außerdem
schieden der langjährige Zugführer Rudi Blaß und der Gerätewart Reiner
Reichert aus Ihren Ämtern. Der Kassier Alban Zeißner war bereits zwei
Jahre vorher verstorben; sein Amt wurde seither kommissarisch vom
Schriftführer Klaus Kneitz geführt.
Bei den Neuwahlen wurde Klaus Kneitz neuer Kommandant, sein Stellvertreter Bruno Schmitt. Als weitere Mitglieder der Vorstandschaft wurden gewählt: zur Schriftführerin Monika Zürn, zum Kassier Hugo Hilpert, zum Leiter Atemschutz (früher Zugführer) Jürgen Zürn, und als Gerätewarte Norbert Schmitt und Erhard Stamm. Mit der neuen Führung war es aber auch mit dem ruhigen Leben der Wehr vorbei: In den kommenden vier Jahren hatte die Wehr so viele Einsätze wie noch nie in ihrer Geschichte zuvor! Bereits 1995 wurde die Wehr 21 mal eingesetzt. Neben den üblichen Tätigkeiten für die politische und kirchliche Gemeinde, zur Verkehrsregelung bei verschiedenen Veranstaltungen, kamen noch vier Brände und acht technische Hilfeleistungen hinzu.Bedingt durch die Neuwahlen, war für die neuen Mitglieder der Vorstandschaft auch der Besuch von Lehrgängen an der Feuerwehrschule erforderlich: So besuchten beide Kommandanten den Lehrgang für Leiter einer Feuerwehr und Norbert Schmitt den für Maschinisten. Zusätzlich absolvierte als sechste Frau im Landkreis Main-Spessart Ingrid Kneitz den Atemschutzlehrgang mit Erfolg. Bereits im Frühjahr gelang es sechs Jugendlichen, die Prüfung zur Jugendleistungsspange mit Erfolg abzulegen. Auch das EDV-Zeitalter hielt in diesem Jahr Einzug in unsere Wehr: Das Bayerische Alarmierungs- und Sicherheits-informationssystem, kurz „BASIS“ genannt, wurde eingeführt. Unsere Wehr trat in diesem Jahr auch dem neu gegründeten Kreisfeuerwehrverband und ebenfalls bei seiner Gründung dem Kreisjugendfeuerwehrverband bei. Um auch die Jugend besser in den Verein zu integrieren, wurde auf der Jahreshauptversammlung beschlossen, das Eintrittsalter für den Feuerwehrverein auf zehn Jahre herabzusetzen. Bei einem Ehrenabend im März 1996 konnten wieder einige verdiente Mitglieder zu Ehrenmitgliedern ernannt werden: Eduard Gehrling, Ernst Hemmelmann, Julius Schäfer und Albert Scheb. Durch die Umgestaltung des Dorfplatzes und den Verkauf des Geländes, auf dem auch das Feuerwehrgerätehaus stand, mußte die Gemeinde 1996 innerhalb kurzer Zeit eine neue Unterkunft für unsere Wehr finden. Nach einigen Überlegungen wurde eine Gerätehalle in der Unteren Ringstraße vom 2. Bürgermeister Edgar Scheb gemietet. Um sie für die Feuerwehr nutzbar zu machen, mußte sie zunächst gründlich renoviert und umgebaut werden. Diese Arbeit wurde im wesentlichen von den Kameraden der Wehr übernommen. In mehr als 800 unentgeltlichen Stunden wurde eine schmucke Unterkunft für unsere Wehr geschaffen und am 8. September 1996 mit einer feierlichen Einweihung ihrer Bestimmung übergeben. Für die Wehr war dies Anlaß genug, ein kleines Fest zu feiern und die Bevölkerung zu einem Tag der offenen Tür einzuladen. Dabei wurden auch einige Schauübungen und eine Ausstellung über die Geschichte unserer Wehr gezeigt.Wie in den Vorjahren waren in diesem Jahr erneut einige Mitglieder an der Feuerwehrschule, um die übernommenen Aufgaben erfüllen zu können. Auch das Jahr 1996 brachte der Wehr wieder viele Einsätze: So sind insgesamt sechs Brände und acht weitere Hilfeleistungen verzeichnet. Um die Wehr auch vereinsrechtlich abzusichern, beschlossen die Mitglieder in der Generalversammlung 1996 die Eintragung ins Vereinsregister. Die Satzung wurde hierfür entsprechend geändert und es wurden neben der bisherigen Vorstandschaft ein 1. und 2. Vorsitzender eingeführt. Bei der Wahl wurden jeweils einstimmig der 1. Kommandant Klaus Kneitz zum Vorsitzenden und der 2. Kommandant Bruno Schmitt zu seinem Stellvertreter gewählt. Im nächsten Jahr erfolgte dann die Eintragung ins Vereinsregister und gleichzeitig wurde unserer Wehr durch das Finanzamt Lohr die Gemeinnützigkeit zuerkannt. Das Jahr 1997 brachte die bisher größte Anzahl an Einsätzen: Insgesamt war unsere Wehr 23 mal gefordert. Besonders bei der Suche nach einer älteren Frau mußte unser ganzes Können aufgeboten werden. Saß sie doch keine 50 Meter von zu Hause in einem fremden Auto und beobachtete das hektische Treiben um sie herum. Aber auch die Ausbildung kam nicht zu kurz. So wurde erstmalig innerhalb der VG Zellingen ein Truppführer-Lehrgang durchgeführt. Aus unserer Wehr nahmen drei Frauen (Tanja Gehrsitz, Ingrid Kneitz und Rita Schmitt) und zwei Männer (Bernhard Hepp und Michael Zürn) daran teil. Auch die Leistungsprüfung wurde absolviert, bei der es Rudi Blaß, Hugo Hilpert, Thomas Weidner und Michael Zürn gelang die Endstufe „Gold 5“ zu erreichen. In der Generalversammlung wurden bereits die Weichen für das 130jährige Stiftungsfest gestellt und die Vorstandschaft um fünf Mitglieder zum Festausschuß erweitert. Das Jahr 1998 begann zunächst, abgesehen von zwei, durch Feuchtigkeit ausgelöste, Fehlalarmen und den jährlichen Verkehrsregelungen, sehr ruhig. Für einige war es wohl zu ruhig und die Entzugserscheinungen waren bereits soweit fortgeschritten, daß ein Sirenenalarm in Zellingen ausreichte, um fünf Aktive im Feuerwehrhaus zu versammeln! Zum Glück konnte von einer Geburtstagsfeier noch Kuchen organisiert werden, und so wurde dieser „Einsatz“ mit einem gemeinsamen Frühstück beendet. Um den Schutz der Einsatzkräfte zu verbessern, genehmigte unsere Gemeinde die Anschaffung der neuen Schutzanzüge, des sogenannten „Bayern 2000“. Wir hatten unsere neue Schutzausrüstung kaum an ihren Platz gehängt, da begann unser heißer Herbst. Am 12. Oktober wurden wir zu einem Zimmerbrand nach Zellingen gerufen. Dieser Einsatz endete bereits im Feuerwehrhaus. Wir konnten dies aber dazu nutzen, unsere neuen Schutzanzüge individuell anzupassen. Wie gut dies war, zeigte sich genau eine Woche später. Der 19. Oktober war noch keine halbe Stunde alt, als die Sirenen heulten und uns zum größten Brand der letzten 40 Jahre in unserem Ort riefen. Obwohl wir nur ca. acht Minuten zum Einsatz brauchten, konnten wir nicht verhindern, daß die Scheune und Stallung von Theo Glassen niederbrannten. Dazu war das Feuer bereits zu weit fortgeschritten. Die sechs Pferde, die bei diesem Brand umkamen, waren vermutlich bei unserem Eintreffen schon durch den Brandrauch verendet. Es gelang uns aber, gemeinsam mit den Wehren aus Karlstadt, Laudenbach, Retzbach und Zellingen, eine Ausweitung auf die Wohnhäuser in der Triebstraße zu verhindern und den Brand in kürzester Zeit unter Kontrolle zu bringen. Es dauerte dennoch bis ca. 17.00 Uhr, bis wir auch das letzte Glutnest im Stroh und Heu abgelöscht hatten. Insgesamt waren über 100 Feuerwehrleute im Einsatz; wir selbst waren mit 24 beteiligt. Unterstützt wurden wir noch von acht Frauen, die die Versorgung der Einsatzkräfte sicherstellten. Die meisten Mitbürger bemerkten dies wohl nicht einmal und machten sich auch keine Gedanken darüber, daß bei einem Einsatz auch die Logistik stimmen muß, um über 16 Stunden einen Einsatz durchstehen zu können (immerhin ein doppelter Arbeitstag!). Dieser Brand zeigte aber auch, wie wichtig eine einsatzbereite Wehr auch oder gerade in einem Dorf wie dem unsrigen ist. Bei diesem Einsatz hatten wir sogar drei Leichtverletzte durch Stürze zu verzeichnen! Um das Maß voll zu machen, mußten wir am Abend dieses Tages auch noch eine Ölspur an der B27 beseitigen. Sozusagen aus der „Pole Position“ konnten wir unseren nächsten Einsatz starten: Zwischen Kesselfleisch und Wurst wurden wir zu einem Einsatz nach Zellingen gerufen. Dies war für einen Aktiven, der nicht am Kesselfleischessen teilnahm, nicht nachvollziehbar. Wollte er doch auch einmal erster am Feuerwehrhaus sein, da kam ihm ein voll besetztes Feuerwehrauto bereits auf der Brücke entgegen!Aber auch andere Wehren hatten mit unserer Geschwindigkeit etwas Probleme. So konnte man im Funk hören: „Himmelstadt angekommen, Retzbach ausgerückt.“. Daß eine Wehr aber auch „Mädchen für alles“ ist, konnte man bei der Weihnachtspostamtseröffnung sehen: Die Männer und Frauen der Wehr sorgten hier für eine reibungslose Bescherung der Kinder durch den Nikolaus. Neue Wege beschritt in diesem Jahr der 1. Kommandant! Zunächst absolvierte er an der Feuerwehrschule Würzburg den Lehrgang zum Schiedsrichter. Um bei den Prüfungen nicht nur theoretisches Wissen vorweisen zu können, legte er im Herbst mit einer Gruppe aus Retzbach die Leistungsprüfung zur Technischen Hilfeleistung ab. |
| Ähnlich wie 1969 zum
100jährigen Bestehen, erhoffen wir uns in nächster Zukunft den Neubau
eines Gerätehauses. Über die Örtlichkeit gehen die Meinungen zwischen
Gemeinde und Wehr allerdings noch etwas auseinander! Mittlerweile erhörte die
Gemeinde immerhin den den Ruf nach einem neuen Fahrzeug, da unser „Opel
Blitz“ bereits schon mehr Einsatzjahre gezählt hatte, als so mancher
langgedienter Aktive, nämlich über 30 Jahre.
Außerdem wünschen wir uns immer genug Idealisten, die bereit sind ihre Freizeit und auch ihre Gesundheit für andere einzusetzen, getreu unserem Motto: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr Soweit unser kleiner Einblick in die Geschichte des Löschwesens und unserer Wehr. Wünschen wir unserer Freiwilligen Feuerwehr Himmelstadt, allen ihren Mitgliedern und unseren Mitbürgern das Beste für die Zukunft. |
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| Hier können Sie die Festschrift zum 130 jährigen Bestehen der FFW-Himmelstadt als Download erhalten. |
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